Der Lummensprung auf Helgoland: Wenn Küken den Sprung ins Leben wagen
Was sind Trottellummen überhaupt?
Die Trottellumme ist ein Seevogel aus der Familie der Alkenvögel, etwa taubengroß, mit schwarzbraunem Rücken und weißem Bauch. Auf Helgoland brüten sie am sogenannten Lummenfelsen, einem etwa 220 Meter langen Abschnitt der fast 60 Meter hohen Westklippe. Der Lummenfelsen gilt als das Naturschutzgebiet mit der größten Brutvogeldichte in Deutschland. Bereits im 9. und 10. Jahrhundert soll die Trottellumme auf Helgoland gebrütet haben. Heute leben dort rund 4.000 Brutpaare.
Der Sprung
Im Alter von nur etwa drei Wochen springen die jungen, noch flugunfähigen Trottellummen von den fast 60 Meter hohen Klippen herab, um anschließend auf dem Wasser von ihren Eltern weiter großgezogen zu werden. Der Sprung findet zum Schutz vor Fressfeinden in der Abenddämmerung und in der frühen Nacht statt. Die Jungtiere folgen dabei den Rufen der Altvögel. Auf Helgoland sind das vor allem die Großmöwen, vor denen die Küken so geschützt werden.
Was dann passiert, ist bemerkenswert: Die Jungtiere können zwar nicht fliegen, aber paddeln. Vater und Küken schwimmen gemeinsam auf das offene Meer hinaus, manchmal bis zu tausend Kilometer weit. Die Mutter bleibt zurück und bereitet die nächste Brutsaison vor.
Wann und wie sehen?
Von Anfang Juni bis Anfang Juli findet der Lummensprung statt. Die Helgoländer Lummentage begleiten dieses Naturphänomen jährlich mit Führungen, ornithologischen Inselrundfahrten und Programm rund um den Lummenfelsen.
Am besten beobachten lässt sich das Spektakel vom Klippenrandweg aus, der direkt am Lummenfelsen entlangführt. Die Vögel sind dort so nah, dass keine langen Teleobjektive nötig sind. Wer den Lummensprung sehen möchte, plant seinen Besuch für den Abend ein. Mit dem Halunder Jet bleibt genug Zeit, den Nachmittag auf der Insel zu verbringen und den Abend am Felsen zu erleben.